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Der Gasometer auf dem Gaswerkareal in Schlieren
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| Der Gasometer in Schlieren ZH ist der letzte existierende teleskopierbare Niederdruckgasbehälter der Schweiz. Die Sanierung dieses technischen Kulturdenkmals ist eine europaweite Pionierleistung. |
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Das 1897 erbaute Gaswerk Schlieren ist ein wichtiger industrie- und sozialhistorischer Zeuge der Zürcher Stadtgeschichte. Der Bau des Gaswerks steht in direktem Zusammenhang mit der Eingemeindung von 1893 sowie mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Zürich zur Zeit des Fin de Siècle bis zum ersten Weltkrieg. Das von Stadtbaumeister Arnold Geiser zusammen mit dem späteren Gaswerkdirektor und Ingenieur Albert Weiss geplante Werk und seine Gebäude bilden eine exemplarische Industrieanlage des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Verschränkung von funktionalen Anforderungen (Werkbau) mit architektonischer Gestaltung (Repräsentationsbau) ist von ausgezeichneter Qualität. Durch die formale Gestaltung und die Ausbildung im Stil des Historismus wird nicht zuletzt auch die Dynamik und wirtschaftliche Potenz dokumentiert, die der Stadt Zürich um die Jahrhundertwende eigen waren. Das Gaswerk ist deshalb ein einzigartiger Zeuge der Stadtentwicklung.
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Flugaufnahme des Gaswerks vor 1928.
Aus: Karl Grunder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band IX, Basel 1997
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Der Gasometer während der Sanierungsarbeiten 2003.
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Einst das grösste Gaswerk der Schweiz, wurde die Anlage 1972 nach Einführung des Erdgases stillgelegt und zum Teil umgenutzt. Im Herbst 2000 wurden drei der vier auf dem Werkgelände stehenden Gasometer abgebrochen, nachdem die Konstruktionen, die ursprünglich als Speicher für das aus Kohle gewonnene Gas dienten, zum Abbruch freigegeben waren.
Der letzte verbleibende Gasometer an der Bernstrasse einer der beiden kleineren ist integraler Bestandteil des Gaswerks. Der Gasometer Nr. 1 fasst 23'000 m3 und misst 34.5 m Höhe bei einem Durchmesser von rund 37 m. Der Kessel ist noch weitgehend in originaler Substanz erhalten, inklusive Messvorrichtungen, Behälterheizung und deren Armaturen.
Der Gasometer Nr. 1 ist gesamtschweizerisch der letzte existierende teleskopierbare Niederdruckgasbehälter. Er wird als industriegeschichtlicher Zeuge erhalten. Die Stiftung Pro Zürcher Haus, die zum Zürcher Heimatschutz gehört, hat das 1898 erstellte Bauwerk im Baurecht übernommen. Zusammen mit der Denkmalpflege des Kantons Zürich leistet der Zürcher Heimatschutz bei der Sanierung des Gasometers Pionierarbeit, denn er ist europaweit der erste Teleskopgasometer, der saniert wird. Die aktuellen Arbeiten sind nur möglich dank der finanziellen Unterstützung durch den Kanton Zürich.
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Gasometertypen
Es gibt vier Grundtypen von Gasometern, die sich sowohl in ihrem Konstruktionsprinzip als auch in ihrem Äusseren unterscheiden. Neben den Teleskop-Gasbehältern sind dies (Abb. von links nach rechts) die Schrauben-Gasbehälter, die Scheiben-Gasbehälter und die Kugel-Gasbehälter.
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Der Teleskopgasbehälter, der dem Gasometer in Schlieren entspricht, ist die älteste Form von Gasbehältern mit grossem Fassungsvermögen und funktioniert nach folgendem Prinzip: Ein oben geschlossener und unten offener zylindrischer Behälter, die so genannte Glocke, nimmt das zu speichernde Gas auf. Der Boden wird von einem Wasserbassin gebildet, in das die Glocke ganz eintauchen oder entsprechend der jeweils eingefüllten Gasmenge aus diesem auftauchen kann. Der Behälter wird für den Hebevorgang an einem senkrechten Führungsgerüst geleitet.
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Literaturhinweise
Karl Grunder. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band IX. Basel, 1997
Bernd & Hilla Becher. Gasbehälter. München, Paris, London, 1993. |
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